Messe pro.vention

Am 5. November und 6. November fand in Erfurt die Messe pro.vention statt. Thema war, wie fast nicht anders zu erwarten, die Covid-19-Pandemie und welche ingenieurstechnischen Lösungen es zum Schutz gegen SARS-CoV-2 gibt.

Die Veranstalter hatten sich für eine „hybride Fachmesse“ entschieden. Das hieß auch: Neben Live-Streams der Konferenz gab es eine echte Messe in der analogen Welt und damit auch für die Besucher eine potenzielle Infektionsgefahr – ironischerweise bei einer Veranstaltung zum Infektionsschutz. Wer in Erfurt auf dem Messegelände war, sah allerdings, dass sehr viel Aufwand in die Luftüberwachung und -reinhaltung investiert wurde. Kein Wunder, es waren ja auch genügend Aussteller vor Ort, die sich genau mit dieser Problematik beschäftigen und ihre Geräte vorführen wollten. Weiterhin wurden alle Hygienemaßnahmen vorbildlich eingehalten und überwacht, inklusive einer App zur Kontaktnachverfolgung. Unschön war nur, dass es keinerlei Verpflegung, ja nicht einmal Wasser angeboten wurde.

In der Politik setzt man nach wie vor auf organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen und lässt technische Möglichkeiten zu einer Pandemiebekämpfung eher außer Acht. Auf dieser Messe, welche von Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow eröffnet wurde, konnte sehr eindrucksvoll demonstriert werden, was alles möglich ist. Es ging über Masken, Infektionsmittel, den 3-D-Druck von speziellen Maskenzubehör, über Luftreinigungssysteme in allen Facetten und Nachverfolgungssysteme. Hier konnte man sich extrem gut informieren.

Die Fachgespräche fanden auf einem sehr hohen Niveau statt, hier konnte man tatsächlich Erfahrungen austauschen und viele neue Erkenntnisse mitnehmen. Parallel liefen zwei Vortragsreihen, von denen man sagen musste, dass sie alle sehr fundierte Information vermittelten. Beispielhaft sei der Dr. Peter Rietschel von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) aus Mannheim erwähnt, der mit einem fundierten Grundlagenvortrag viel Wissenswertes vermitteln konnte.

Was mir auf dieser Messe eindeutig gefehlt hat, waren die Verantwortungsträger aus der Politik. Hier wäre eine sehr gute Möglichkeit gewesen sich zu informieren. Stattdessen verlässt man sich auf hausinterne Spezialisten, die anscheinend vom Stand der Technik weit entfernt sind. Es wäre sehr sinnvoll, wenn diese Messe wieder stattfinden würde. 

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